01/10/2026
Weingeschichten aus der Rindenmühle #5
Von einer fast vergessenen Stadt und einem Wein aus Ligurien
Manchmal beginnt die Geschichte eines Weines lange bevor das erste Weingut gegründet wurde. Beim Labianca von Cantine Lunae müssen wir dafür sogar ziemlich weit zurückgehen.
Ganz im Osten Liguriens, an der Grenze zur Toskana, liegen die Überreste der antiken Stadt Luni. Einst war sie eine bedeutende römische Kolonie und ein wichtiges Zentrum für Handel und Kultur. Berühmt wurde die Gegend vor allem durch etwas, das man bis heute mit ihr verbindet: den hellen Marmor aus den nahegelegenen Bergen von Carrara.
Genau hier liegt auch die Heimat von Cantine Lunae. Schon der Name des Weinguts erinnert an das antike Luni und damit an die Geschichte dieser besonderen Landschaft zwischen Mittelmeer und Bergen.
Und auch der Name unseres heutigen Weines nimmt diese Geschichte wieder auf. Labianca ist eine Anspielung auf die weißen Marmorberge, die sich hinter der Ebene erheben. Dort wachsen auf hellen, sandigen Böden Vermentino und Malvasia, die Lunae für diesen Wein miteinander verbindet.
Im Glas zeigt sich dann ziemlich deutlich, woher er kommt. Frische und eine leicht salzige, maritime Seite treffen auf reife Frucht, mediterrane Kräuter und etwas weißen Pfeffer. Vier Monate auf der Feinhefe geben ihm zusätzlich etwas Schmelz, ohne ihm seine Frische zu nehmen.
Und genau solche Geschichten machen Wein für uns so spannend. Denn plötzlich steht da nicht mehr einfach eine Flasche Weißwein auf dem Tisch. Da geht es um eine fast vergessene römische Stadt, das Mittelmeer, weiße Marmorberge und eine Weinregion, die ihre Geschichte bis heute weiterträgt.
Vielleicht ist es genau das, was Martina an Wein so fasziniert: Mit jeder Flasche lässt sich auch ein kleines Stück ihrer Heimat entdecken.