16/04/2023
Liebe Freunde des Mohrenwirts,
vor einer Woche ist unser über 300 Jahre altes Wirtshaus abgebrannt.
Das wichtigste zuerst: unseren Eltern Toni und Beate geht es den Umständen entsprechend gut, sie sind beide auf dem Weg der Besserung und außer Lebensgefahr.
In den letzten 120 Jahren haben im Mohrenwirt Generationen von Gästen gegessen, getrunken, gelacht und unbeschwerte Stunden erlebt.
Für viele unserer Stammgäste war der Mohrenwirt weit mehr als ein Wirtshaus.
Für unsere Kranzegger Vereine war der Mohrenwirt Zuhause.
Bei unseren Mädelebällen haben in den vergangenen vier Jahrzehnten Faschingsfreunde gefeiert, haben gemeinsam getanzt und getrunken, sind Herzen gebrochen, haben sich Ehepaare kennengelernt.
Durch den Brand haben wir nicht nur unser Wirtshaus verloren, sondern gleichzeitig auch unser Wohnhaus, unser Elternhaus, unser Zuhause. Den Ort, in dem wir aufgewachsen sind, in dem wir glückliche und traurige Stunden hatten, in dem wir Geburtstage und Weihnachten gefeiert haben - das Daheim, das uns zu den Menschen gemacht hat, die wir heute sind. Viele materielle Erinnerungen hat das Feuer mit sich genommen, das Wichtigste konnte es nicht nehmen: die Erinnerungen in unseren Herzen.
Auch jeder von Euch hat seine eigene Geschichte mit dem Mohrenwirt, seine eigene Verbindung zu unserem Haus, seine eigenen Erinnerungen. Und auch diese werden bleiben.
Neben der Trauer spüren wir derzeit vor allem eine enorm große Dankbarkeit. Für den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehren , der weiteren Rettungskräfte sowie der zahlreichen Helfer bei den Arbeiten in den Tagen nach dem Brand. Für die Anteilnahme von so vielen Menschen, die uns in den vergangenen 7 Tagen auf unterschiedlichsten Wegen kontaktiert haben. Für spontane Sofort-Hilfen, egal ob durch Sachspenden oder finanzielle Unterstützung. Wir sind überwältigt von Eurem Zuspruch. Es mag kitschig klingen, doch es ist wahr: ihr habt unsere Tränen getrocknet.
Wir wissen noch nicht, ob und in welcher Form es den Mohrenwirt als Wirtshaus in Zukunft wieder geben wird.
Aber wir wissen: durch die Erinnerungen in uns allen wird er niemals ganz weg sein.
Anton, Moni & Steffi