05/11/2025
In Prenzlauer Berg ist es schwer, mit einem Wohnhaus zu überraschen. Aber das Haus in der Oderberger Straße, entworfen vom Büro Barkow Leibinger, schafft dies ohne große Gesten – es ist einfach clever, schön und fügt sich auf Berliner Art in den Rhythmus der Stadt ein.
Es wurde 2016 als Mehrfamilienhaus von anerkannten Meistern der modernen europäischen Architektur gebaut, deren Projekte von Stuttgart bis Harvard reichen. Das Haus wurde mit dem Architizer A+ Award ausgezeichnet und erregte Aufmerksamkeit als Beispiel für einen richtigen, subtilen Ansatz für Infill-Entwicklung (Bauen auf Brachflächen in einer bereits bestehenden städtischen Umgebung).
Die Fassade des Hauses wirkt fast klassisch: helle Ziegel, vertikaler Rhythmus der Fenster, schlichte Gesimse. Dennoch ist es absolut modern. Balkone, Fenster und Grundrisse wurden mit größter Sorgfalt in Bezug auf Licht, Raum und Sichtkontakt zur Straße entworfen. Der Innenhof ist als offene Grünfläche gestaltet, die die Bewohner verbindet und Gemütlichkeit schafft.
Das Haus versucht nicht, sich hervorzuheben – es fügt sich ein, arbeitet mit dem Kontext und steht im Dialog mit den benachbarten Gebäuden. Es handelt sich nicht um Architektur „um der Optik willen“, sondern um Architektur zum Leben, die jedoch wirklich intelligent gestaltet ist.
Ein ausgezeichneter Ort für Architekturaufnahmen: Das Licht fällt schön auf die Ziegelsteine, und die Straßenperspektive schafft eine perfekte „Berliner Symmetrie”. Und es ist nicht weit von uns entfernt.