15/07/2026
Wir haben gestern auf Google eine so tolle Rezension
bekommen, die wir gerne mit Euch teilen wollen, auch weil sonst meist nur "Meckerer" dieses Format wählen.
Altstadt L'ümml
Local Guide • 51 Rezensionen • 445 Fotos
Vom Armbrustschützen auf dem Brunnen über die Hallerwiese blickend, schaut die nach eben diesen damaligen Schützen benannte gastronomische Einrichtung wie das alte Hallerthürleyn-Gemälde mit Postenhäusl und Gartentisch aus dem Jahre 1840 von Carl Friedrich Kaeppel (1822–1883) aus.
Das „Türlein“ übrigens wurde beim Bau der letzten Stadtmauer bis 1400 errichtet – sein heutiges Aussehen erhielt es durch einen Umbau im Jahre 1519, den Namen von der Hallerwiese, welche bis 1434 der Patrizierfamilie Haller von Hallerstein gehörte. Ab 1434 – gekauft vom Nürnberger Rat – wurde sie auch nach der „Baumpflanzerei“ des Inneren Ratsmitglieds Paulus Vorchtel (eigentlich Bürgermeister, aber die gab es ja erst seit 1818) „Vorchtelslinden“ genannt.
Nun war ich des Öfteren mal im „Schneppi“ eingekehrt – sei es nach einer Pegnitzauen-Runde im Regen, auf ein schnelles Seidla zum Einfangen der letzten Sonnenstrahlen oder zu einem gepflegten Weizen bei der gemütlichen alten Sitzgruppe am „Durchgang“, um die willkürlichen Baustellenspielereien der Stadt Nürnberg zu betrachten. Aber morgens um halb neun zum Frühstück, wo man seine Sinne noch entfalten und dem Hirn Freiräume bieten kann, war ich dort noch nie. Doch genau so kommen einem die Gedanken im Kontext zur Historie.
Dies wurde perfekt begleitet durch einen Cappuccino sowie ein köstlich zubereitetes Rührei mit Frühlingszwiebeln, Kirschtomaten und Petersilie auf herrlich kross gebackenem Bauernbrot. Und weil dieses Frühstück zur Entschleunigung einlud, hängte ich später noch eine Auszeit bei zwei Seidla dran – begleitet von netten Gesprächen mit den hiesigen Gassi-Geh-Rentnern und einem Blick auf die Hallerwiese, einst eine der ersten Grünanlagen in deutschen Landen.
Bei diesem Anblick muss man noch einmal geschichtlich ausholen, als Albrecht II. Alcibiades (1522–1557) aus Groll über die missglückte Einnahme der Stadt Nürnberg die sogenannte Alte Landschaft (Landstriche und Orte außerhalb der Stadtmauer) im wahrsten Sinne des Wortes brandschatzte,so ungefähr schaut die Wiese aktuell aus.
Nun, ich bedanke mich für den cremigen Cappuccino, das wohlschmeckende Frühstück, die Enzensteiner Seidla (ich dachte, die brauen nicht mehr, naja) sowie die zahlreichen Gedankengänge dank der wohltuend entspannten Atmosphäre.
Servusla und Hasdda la visdda, wäi der Frangge sachd!
Essen: 5/5Service: 5/5Ambiente: 4/5
Geräuschpegel
Sehr ruhig
Gruppengröße
Geeignet für alle Gruppengrößen
Wartezeit
Keine Wartezeit
Empfehlung für Vegetarier
Sehr empfehlenswert
Vegetarische Angebote
Vegetarische Speisekarte/Speisenauswahl
Parkplätze
Eher schwierige Parkplatzsituation
Parkplatz
Parkplätze für Fahrräder sind jede Menge vorhanden, Mopped kann man oberhalb Richtung Klinik abstellen, ansonsten über die Tram Hallertor zu erreichen. Aufs Auto kann man innerstädtisch eh fast verzichten.
Zugänglichkeit m. d. Rollstuhl
Von der Straße Neutorgraben über eine Rampe Richtung Hallerwiese erreichbar oder mittlerweile wieder durchs Hallertürlein vom Sebalder Stadtteil aus kommend. Zur Bestellung (da Stufen) wäre eine Begleitperson dennoch empfehlenswert.