18/10/2026
An die zehn Gäste, die gestern spontan entschieden haben, nicht zu kommen.
Sie hatten für 20:00 Uhr einen Tisch bei uns reserviert. Um 19:50 Uhr, gerade einmal zehn Minuten vor Ihrer Reservierung, haben Sie uns telefonisch mitgeteilt, dass Sie nicht kommen werden.
Offen gestanden fehlt uns für ein solches Verhalten jegliches Verständnis.
Wir mussten gestern Gäste abweisen, die gerne bei uns eingekehrt wären, die unser Gasthaus kennen, uns und unsere Arbeit zu schätzen wissen und die ihren Abend gerne bei uns verbracht hätten.
Wir haben diese Gäste weggeschickt, um Ihnen die reservierten Plätze zur Verfügung stellen zu können.
Eine Reservierung ist für uns schließlich nicht einfach nur ein Eintrag im Reservierungsbuch. Sie bedeutet Planung, Vorbereitung, Personaleinsatz und nicht zuletzt auch wirtschaftliche Verantwortung.
Die Gastronomie steht seit Jahren vor enormen Herausforderungen. Steigende Kosten, Personalmangel, zunehmende Bürokratie und die tägliche Aufgabe, trotz all dieser Umstände unseren Gästen einen schönen Aufenthalt zu ermöglichen.
Umso weniger können wir nachvollziehen, warum man uns Gastronomen das Leben durch ein derart rücksichtsloses Verhalten zusätzlich erschweren muss.
Selbstverständlich können sich Pläne ändern. Unvorhergesehene Ereignisse können immer eintreten, und dafür haben wir durchaus Verständnis.
Aber einen Tisch für zehn Personen gerade einmal zehn Minuten vor der vereinbarten Uhrzeit abzusagen, ist für einen kleinen, inhabergeführten Gastronomiebetrieb keine Lappalie.
Hinter unserem Gasthaus stehen Menschen, die täglich mit Leidenschaft, Engagement und viel persönlichem Einsatz dafür sorgen, dass unsere Gäste eine schöne Zeit bei uns verbringen können.
Was wir uns im Gegenzug wünschen, ist eigentlich nicht viel: Ein gewisses Maß an Wertschätzung, Rücksichtnahme und vor allem Verbindlichkeit.
Wir lieben unseren Beruf und sind gerne Gastgeber. Doch Situationen wie diese machen es uns zunehmend schwer, für manches Verhalten noch Verständnis aufzubringen.