Abwarten und Tee trinken
Als sie früher noch als Gast viel Zeit in der Markthalle verbrachte, war die Teetrinkerin unglücklich darüber, dass alle Stände nur Kaffee oder fade Teebeutel verkauften. Gedacht - gemacht: Seit mehr als 20 Jahren bietet Mukaddes Unat jetzt schon ausgewählte Tee-Sorten von Ronnefeldt und einigen anderen Herstellern an. Auf nur 20 Quadratmetern stapeln sich mehr als 350 bl
aue und goldene Metalldosen bis unter die Decke.
„Mein Mann ist Architekt und hat diesen Stand nach meinen Vorstellungen gebaut“, verrät die geborene Türkin. Zuhause habe sie sogar ein kleines Modell ihres Teeladens. „Nur auf dem Papier konnte ich mir das Ganze nicht vorstellen. Deshalb hat Alâettin mir ein kleines Anschauungsobjekt gezimmert.“
Inzwischen hat sich nicht nur die Standchefin an das Aussehen des Tee-Treff gewöhnt. Auch für die Gäste ist der kleine Eckstand nahe des mittleren Eingangs der Markthalle nicht mehr weg zu denken. Schon von weitem riecht man den orientalischen Duft und wenn man näher kommt, hört man auch das Brodeln der Samoware. Täglich werden hier mehrere Liter Tee frisch gebrüht und besonders in den Morgenstunden verkauft. Und wer für die Kaufentscheidung bei der großen Auswahl länger braucht, wird auch gern auf Rechnung des Hauses verkostet und dabei über die verschiedenen Teekulturen, Sorten und Qualitäten beraten. Solange, bis die Wahl getroffen ist. „Abwarten und Tee-Trinken“ ist hier eben nicht nur eine Redensart. Hier verstreicht die Zeit gelassener als anderswo. Und weil auch Kaffeetrinker an der besonderen Atmosphäre teilhaben sollen, hat Ehepaar Unat vor kurzem einen Kaffevollautomaten angeschafft, der das Angebot ergänzt.