04/09/2023
Thursday, 07.09 7pm .berlin
Lilli Bandt singt. Schon immer. Die Musik des Stimm-Talents aus der Uckermark erzählt in zärtlich-kraftvoller Lyrik weibliche Perspektiven des Erlebens einer patriarchal geprägten und manchmal viel zu lauten Welt. Das Debüt-Album, produziert und arrangiert von Andreas Albrecht im Berliner Silberblick-Musik-Studio, zeigt elf berührend-schöne Lieder im Staunen über verschwundene Orte und abgebrochene Lebenswege, über Momente der unverhofften Freude und mutigen Entscheidungen. Einflüsse von Soul, Blues und Pop finden sich auf diesem Debüt-Album genauso wieder wie Elemente aus Jazz und klassischem Singer-Songwriting.
Es ist schon lange her, seit die alte DDR-Weltkarte im WG-Wohnzimmer Maik Antrack zu seinen großen Reisen nach Neuseeland und Australien inspirierten. Atmosphäre mit Unstimmigkeit, Textur und Klangraum wurden zum ersten Album ‚ooceeyaan‘. Eine Reise in den Pazifik wurde zum Album ‚Stiller Ozean‘, worauf episodisch und etwas geradliniger die Stücke den Wogen der Wellen folgten. Und sich langsam von einem Sound, der ausprobiert, wegentwickelten. Die Stücke hatten ihre Linien und atmeten die Weite, das treibende, den Wind. Das dritte Album „wehen lassen“ nimmt die vielen Inputs in der Zwischenzeit dieser Reisen auf. Und liegen irgendwo in einem pan-europäischen Geist der vergangenen Jahre. Die Entwicklungen, der Fortschritt der Gesellschaften, die neuen Bilder großer Städte. Sucht man die Dinge, die die Menschen bewegen, fand Maik auch in den Orten seiner Kindheit viel Nachdenklichkeit, viele Fragen. Fertig ist mit „wehen lassen“ ein weitaus bodenständigeres Werk mit Fokus auf Gitarren und Grooves. Zumindest musikalisch. Perzeptionell und innerhalb der Entstehungszeit gedacht, sind es viele Einflüsse aus alt gefühlten Jahren einer niedrigeren Taktung und vor den neueren globalen Zäsuren. Geblieben und gemischt sind die Atmosphären und Stimmigkeiten, mit denen die neuen Stücke sich von den Reise-Alben abwenden. Neuer Ausdruck, neue Zeit, Europa.
Seine deutschen Songs wollen Melodie und Nahbarkeit, klagen an oder beschreiben was man im kleinen so beobachten kann.