16/09/2026
Ich möchte euch das gerne mal erzählen,
Lies selber, vil können mich einige verstehen..
4:30 Uhr.
Der Wecker klingelt.
Während viele noch schlafen, mache ich Kaffee, ziehe mich an und fahre um 5 Uhr zur Halle.
Dort warten meine Jungs.
16 Menschen, für die ich Verantwortung trage.
Mitarbeiter, Familien, Existenzen.
Wir fahren teilweise 100, 120 Kilometer zu unseren Baustellen. Wir arbeiten. Wir machen unseren Job. Wir stehen dafür gerade, wenn etwas nicht funktioniert.
Aber inzwischen sitze ich manchmal abends da und frage mich:
„Wie lange kann ich das eigentlich noch so weitermachen?“
Unsere Spritkosten lagen früher bei ungefähr 2.000 Euro alle 14 Tage.
Die letzte Rechnung?
3.920 Euro.
Und da kostete der Diesel noch 2,30 €.
Jetzt stehen wir teilweise bei 2,50 bis 2,60 €.
Und ich soll das einfach irgendwie auffangen.
Wie denn?
Unsere Werkverträge werden dadurch nicht plötzlich teurer.
Der Kunde sagt nicht: „Jens, hier hast du nochmal 20.000 Euro, weil der Diesel gestiegen ist.“
Nein, auch die haben das Geld nicht mehr.
Die Rechnung bleibt also bei mir.
Und dann fahre ich nach Hause, gehe einkaufen und stehe an der Kasse.
Ich schaue in meinen Einkaufswagen und denke:
„Was zur Hölle habe ich eigentlich gekauft?“
Dann kommt der Kassenbon.
Und du schluckst.
Du willst deiner Familie etwas gönnen.
Mal essen gehen, mal ins Kino.
Mal einen schönen Abend auf dem Weihnachtsmarkt.
Und jedes Mal denkst du:
„Das kann doch nicht mehr normal sein.“
100 Euro Kino für eine Familie.
Ein paar Lebensmittel im Wagen.
Ein Abendessen.
Ein bisschen normales Leben.
Und dein Geld ist weg.
Schneller, als du es verdienen kannst.
Und dann erzählt man uns:
„Arbeit muss sich lohnen.“
Natürlich muss sie das!
Aber was passiert denn, wenn jemand 45 Stunden arbeitet?
Wenn er Überstunden macht?
Wenn er Weihnachtsgeld bekommt?
Wenn er Urlaubsgeld bekommt?
Er schaut auf seine Abrechnung und fragt sich:
„Warum habe ich dafür eigentlich noch mehr gearbeitet?“
Ich sage es ganz deutlich:
Überstunden müssen sich lohnen, habe mich so oft eingesetzt öffentlich dafür.
Wenn jemand mehr arbeitet, muss davon auch spürbar mehr bei ihm ankommen.
Und dann kommt die nächste Idee:
Geringverdiener sollen über die Einkommensteuer entlastet werden bei den Spritkosten.
Über die Steuererklärung.
Ja, schön.
Aber was hilft das einer Familie, die HEUTE nicht weiß, wie sie den Monat bezahlen soll?
Die Entlastung irgendwann.
Die Rechnung heute.
Der Sprit heute.
Die Lebensmittel heute.
Die Miete heute.
Und dann schaue ich auf unser Gesundheitssystem.
Beiträge, Zuzahlungen, Zahnarzt, Medikamente, Brille.
Du zahlst und zahlst und trotzdem musst du immer mehr selbst bezahlen.
Und währenddessen kämpfen unsere Unternehmen.
Bauern.
Speditionen.
Handwerker.
Zulieferer.
Industrie.
Immer mehr stehen mit dem Rücken zur Wand, schaut euch doch die Insolvenzen mal an.
Und trotzdem machen wir weiter.
Wir stehen morgens auf.
Wir öffnen unsere Betriebe.
Wir zahlen Löhne.
Wir zahlen Steuern.
Wir fahren zur Arbeit.
Wir versuchen, dieses Land irgendwie am Laufen zu halten.
Und weißt du, was mich daran am meisten traurig macht?
Dass man inzwischen fast Angst haben muss, seine Meinung auszusprechen.
Sagst du:
„Die Spritpreise machen uns kaputt.“
Bist du plötzlich ein N**i.
Sagst du:
„Die Steuern und Abgaben sind zu hoch.“
Bist du „blau-braunes dreckspack“
Sagst du:
„Etwas läuft wirtschaftlich gewaltig schief.“
Dann heißt es:
„Dann verpiss dich doch aus Deutschland.“
Nein.
Ich verpiss mich nicht.
Ich bleibe hier.
Ich arbeite hier.
Ich beschäftige hier meine Leute.
Ich zahle hier meine Steuern.
Ich habe dieses Land nicht aufgegeben.
Aber ich werde verdammt nochmal auch nicht die Fresse halten, nur damit sich irgendjemand nicht gestört fühlt.
Ich bin kein Politiker.
Ich bin ein hart arbeitender Handwerksmeister.
Ich sehe jeden verdammten Tag, was diese Kosten mit einem Betrieb machen.
Und ich sehe auch, was sie mit Familien machen.
Ich vergleiche das mit meiner Jugend.
Mit den 80ern und 90ern.
Und ganz ehrlich?
Manchmal könnte ich einfach nur heulen.
Nicht, weil ich nicht arbeiten will.
Sondern weil ich mich frage, wo das Land geblieben ist, in dem Arbeit, Fleiß und Verantwortung einmal wirklich etwas bedeutet haben.
Ich will kein perfektes Deutschland.
Ich will auch kein Deutschland, in dem jeder alles umsonst bekommt.
Ich will etwas viel Einfacheres:
Dass jemand, der morgens um 4:30 Uhr aufsteht, arbeitet, Verantwortung übernimmt und sich den A***h aufreißt, am Ende verdammt nochmal davon leben kann.
Ist das wirklich zu viel verlangt?
Ich glaube nicht.
Und deshalb werde ich weiter reden.
Weiter arbeiten.
Weiter meine Mitarbeiter mitnehmen.
Weiter meinen Betrieb führen.
Aber ich werde auch weiter sagen, wenn etwas SCHEISSE LÄUFT.
Denn irgendwann muss Schluss sein mit:
„Das geht schon irgendwie.“
Nein.
ES GEHT NICHT MEHR IRGENDWIE.
Und wenn wir so weitermachen, stehen irgendwann nicht mehr nur einzelne Unternehmer am Boden.
Dann steht ein Stück Deutschland am Boden.