27/05/2026
Bitte bis zum Schluss lesen.
Ein paar ehrliche Gedanken…Von Marc Jaisli
Die letzten Tage haben mir zu denken gegeben.
Nicht wegen einer Schmiererei auf unseren Tischen. Sondern wegen dem, was danach passiert ist.
Unter einem Beitrag über Sachbeschädigung und Vandalismus kamen plötzlich Kommentare von „inszeniert“ bis hin zu Hass gegen Ausländer. Andere wiederum warfen uns Dinge vor, die schlicht nichts mit der Realität zu tun haben. Auch kamen einige Mails, dass wir ausländerfeindlich seien.
Und ganz ehrlich: Das macht mich nachdenklich.
Was passiert gerade mit unserer Gesellschaft?
Wieso gibt es immer mehr solche Menschen, die hinter dem Bildschirm meinen, sie müssten urteilen, belehren und mit dem Finger auf andere zeigen – ohne zu wissen, was wirklich dahintersteckt?
Vielleicht bin ich altmodisch. Aber ich finde: Bevor man urteilt, sollte man zuerst selbst etwas machen, Verantwortung tragen, Menschen mitnehmen, Probleme lösen und auch einfach mal abliefern.
Wir sind ein Familienunternehmen mit mittlerweile über 50 Teammitgliedern. Ja, Teammitglieder – nicht einfach „Angestellte“.
Wie viele Nationen bei uns arbeiten? Keine Ahnung. Ehrlich gesagt interessiert mich das auch nicht besonders. Denn bei uns zählt nicht der Pass, sondern der Mensch.
Wer arbeitet, anständig ist, Verantwortung übernimmt und Teil vom Team sein will – gehört dazu.
Und genau deshalb finde ich es absurd, wenn plötzlich mit politischen Schubladen um sich geworfen wird. Rechts. Links. Gutmensch. N**i. Ausländerfeindlich. Alles wird sofort etikettiert.
Die Person, welche den Post über die Schmierereien mit „Kurwa“ und „Hure“ gemacht hat, war übrigens selbst keine Schweizerin. Und jetzt?
Was bringt uns diese Information? Gar nichts.
Schlechtes Verhalten hat keine Nationalität. Es bleibt schlechtes Verhalten – unabhängig von Herkunft, Religion oder politischer Meinung.
Wieso schaffen wir es nicht einfach wieder, ein wenig normal miteinander umzugehen? Von links bis rechts. Unterschiedliche Meinungen auszuhalten und zu akzeptieren. Zu diskutieren, ohne direkt Hass zu verbreiten.
Für mich ist eine der schwierigsten – aber auch schönsten – Aufgaben, unser Team zusammenzuhalten, zu motivieren und gemeinsam vorwärtszugehen. Wir haben ein Ziel. Wir haben Verantwortung. Und wir haben verdammt viel Spass an dem, was wir tun. Aber wir schaffen das. Und wieso kann man das in der Allgemeinheit nicht?
Aber besonders als junger Vater mache ich mir in letzter Zeit viele Gedanken.
In was für einer Welt wachsen unsere Kinder auf? Was passiert, wenn wir nur noch urteilen statt zuhören? Nur noch gegeneinander statt miteinander?
Und wohin führt dieses permanente moralische Überhöhen überhaupt?
Eine Initiative, bei der es um 10 Millionen geht, hin oder her. Politik hin oder her.
Es bringt alles nichts, wenn wir als Gesellschaft verlernen, miteinander zu leben.
Vielleicht fühlt sich der eine oder die andere angesprochen. Ich hoffe es.
Und vielleicht denkt man beim nächsten Kommentar einfach zwei Minuten länger nach.
Denn machen ist wie wollen – nur krasser. Vielleicht urteilen wir alle wieder etwas weniger – und packen dafür etwas mehr an.
Liebe und besinnliche Grüsse – nicht aus der Schweiz, sondern Achtung: aus einem muslimischen Land. Aus Hurghada, Ägypten.
Ich liebe es, als Familie andere Kulturen kennenzulernen, zu verstehen und schätzen zu lernen. Vielleicht täte uns allen manchmal etwas mehr Offenheit ganz gut.
Marc Jaisli