03/12/2023
Im Auftrag für einen lieben Freundin, die kein Facebook hat, poste ich dieses liebevoll erstellte Kochbuch.
Von der Verfasserin:
Wie ist dieses Kochbuch entstanden?
In meiner sehr großen, bäuerlichen Familie aus dem Weinviertel gibt
es einige sehr alte Kochbücher, die leider niemand mehr lesen kann,
da alle in Kurrent verfasst worden sind.
Als leidenschaftliche Hobbyköchin schmerzte es mich sehr, dieses
kulinarische Erbe nicht übernehmen zu können und den Schatz der
Ahnen in Vergessenheit zu wissen. Zumal es sich um erprobte Rezepte
der bäuerlichen Alltags-und Festtagsküche handelt, die zwar
geschmacklich in Erinnerung geblieben sind, doch nicht mehr
nachgekocht werden konnten, weil die Rezepturen und Anleitungen
fehlten.
Also begann ich die Schrift zu lernen und mich in diverse Formen der
Kurrent-bzw Sütterlinschrift einzulesen.
Zur Transkription eines Kochbuches bedarf es aber mehr, als das bloße
Vermögen eine schriftliche Aufzeichnung lesen zu können.
Örtliche und zeitgemäße Fachausdrücke und Dialektbegriffe müssen
ebenso wie kochtechnische Feinheiten beherrscht werden.
Außerdem sollten seltene, doch vorhandene Fehler oder Gedankenlosig-
keiten bei der Aufzeichnung der Rezepte ausgebessert werden.
Die größte Herausforderung bestand jedoch darin, den Wandel der
persönlichen Schriftform der jeweiligen Verfasserinnen nachvollziehen
zu können.
Nicht nur, dass jede einzelne Autorin ihre persönlichen Abkürzungen
und Bezeichnungen hatte, wurde bei fast allen eine Änderung der
Schrift im laufe der Jahre festgestellt.
Da diese Kochbücher nicht von heute auf morgen verfasst worden sind,
sondern in einigen Fälle sogar über ein gesamtes Leben, änderten sich
naturgemäß Orthographie und Schriftbild.
Alle Verfasserinnen lernten Kurrent oder Sütterlin als erste Schrift in
der Volksschule, und mussten dann 1941, als die lateinische Schulschrift
verpflichtend eingeführt wurde, auf diese wechseln. Je nach Alter
entweder sofort in der Schule, oder langsam beim öffentlichen Schrift-
verkehr.
Demzufolge ändert sich das Schriftbild in fast allen historischen
handgeschriebenen Kochbüchern. Dies stellte die größte Herausforderung
beim Transkribieren dar, da ein Wort oft mit verschiedenen Schriftarten
geschrieben wurde. Ein Buchstabe war in Kurrent, der andere in Latein usw.
Als besondere Tücke entpuppte sich die Lust und Launen der Verfasserinnen:
wurde z.B. das Wort BUTTER am Anfang des Rezeptes auf eine Art und
Weise geschrieben, so wurde es drei Zeilen weiter in einer anderen
Buchstabenschriftart dargestellt.
Der Arbeitsaufwand der Transkription der 239 Rezepte betrug ca 100
Stunden.
Weitere Kochbücher sind vorhanden und werden derzeit auf Verwert-
barkeit geprüft. Sind zu viele Abkürzungen oder stenographische
Kürzel vorhanden, so kann leider nicht mehr übersetzt werden.
Preis: 29.90 €
Verkauf über Christian Schuckert;
0699 11700215