10/08/2026
Ein kurzer Rückblick in die Vergangenheit:
Das kleine Volksblatt
Mit dem Autobus ein
dreistöckiges gerammt.
Riesiges Aufsehen erregte gestern um
9 Uhr früh ein schwerer Autobusunfall, der
sich an der Ecke der Genz- und Weinhauser-
gasse ereignete. Um diese Zeit fuhr der
städtische Autobus A 11522 der Linie 6 durch
die Genzgasse und wollte in die Weinhauser-
gasse einbiegen. Wahrscheinlich infolge Ver-
sagens der Steuerung kam er jedoch auf den
Gehsteig und fuhr mit Wucht gegen den
Pfeiler des Hauses Genzgasse 125,
wo er neben der Eingangstür in das Gast-
haus Ludwig Kapfer steckenblieb.
Glücklicherweise war der Gehsteig gerade
leer und auch im Gasthaus befand sich zur
kritischen Zeit kein Gast. Von den drei Pas-
sagieren des verunglückten Fahrzeuges wurde
ein Herr durch die Splitter der Stirnscheibe
im Gesicht leicht verletzt, eine Frau und der
dritte Fahrgast erlitten einen leichten Nerven-
schock. Die Feuerwehr kam auf Intervention
des diensthabenden Wachmannes mit vier
Wagen und mußte im Gasthaus
Deckenpölzungen vornehme. Der
Autobus mußte aber in der Mauer belassen
werden, da Einsturzgefahr für die darüberliegenden Wohnräume bestand.
Die Gentzgasse und auch die Weinhauser-
gasse ist noch abends von einer großen
Menschenmasse umlagert, ja sogar vor der
höher gelegenen und sich gerade gegenüber
befindlichen Weinhauser Kirche sammeln sich
die Neugierigen und verfolgen die Arbeiten
zur Befreiung des Autobusses. Das gerammte
Haus selbst ist ein neuer, dreistöckiger Bau.
An der im Halbrund verlaufenden Hausseite
befindet sich der Eingang. Im linken Pfeiler steckt der Kühler und man hat bereits die Arbeit so
weit, daß rings um das gefährdete Mauer-
werk mehrere starke Pfosten ein Niederbrechen
des Baues verhindern. Die Risse im
Mauerwerk gehen bis zur Höhe
des ersten Stockes, der Türstock ist auf
der linken Seite zersplittert, alles sieht aus
wie nach einem Erdbeben.
In der über dem Gasthaus befindlichen
Wohnung ist Dr. Eisenstein eingemietet, dessen Hausgehilfin plötzlich einen
gewaltigen Stoß verspürte und dann vom
Fenster aus das Unglück sah. In dem Zimmer
aber ist nicht das Geringste zu bemerken, kein
Sprung in der Mauer, kein herabgefallenes
Bild.