22/02/2026
Montag – der Tag, der keiner sein will
Montag ist kein Tag.
Montag ist eine Zumutung mit Zeiteinheit.
Ein mentaler Müsli-Moment ohne Milch, Motivation oder Mehrwert.
Wer hat den Montag erfunden?
War das ein schlechter Scherz?
Oder ein sadistisches Start-up mit sehr schlechten User-Bewertungen?
Montag stolpert stressig, schlaftrunken und schamlos in unser Leben.
Mit müdem Blick, mieser Laune und maximaler Miesepetrigkeit.
Er kommt nicht an.
Er fällt rein.
Montag ist der Moment,
in dem der Wecker nicht klingelt, sondern klagt.
Der Kaffee nicht hilft, sondern höflich nachfragt, ob man es ernst meint.
Der Körper anwesend ist, der Geist aber im Wochenende wohnt.
Montag folgt frech auf das Wochenende
wie ein Finanzamt nach einer Hochzeit:
ungebeten, unerbittlich, unerquicklich.
Er ist der König der billigen Begründungen:
„Ich kann nicht – Montag.“
„Ich bin so drauf – Montag.“
„Frag mich morgen – heute ist Montag.“
Ein Tag mit eingebauter Ausrede. Großartig.
Montag ist auch organisatorisch unerquicklich:
Restaurants? Ruhen.
Friseure? Verschwunden.
Freude? Verreist.
Montag ist der einzige Tag, an dem sogar der Spaß Überstunden abbaut.
Motivation und Montag?
Das ist wie Yoga und Wut,
wie Salat und Sehnsucht,
wie Frühaufstehen und Lebensfreude.
Es gibt Leute, die behaupten, das funktioniert –
aber das sind meist Coaches.
Montag ist der Tag,
an dem wir so tun, als hätten wir einen Plan,
während wir innerlich nur hoffen,
dass es schnell Dienstag wird
– dieser andere Tag,
der auch nichts bringt, aber wenigstens ehrlich ist.
Und das Gemeine am Montag?
Er weiß, dass wir ihn hassen.
Er kommt trotzdem.
Pünktlich.
Jede Woche.
Das ist keine Feindseligkeit.
Das ist Konsequenz.