16/07/2025
✍️Pressemitteilung Neuschter Eiszeit✍️
Seit über 20 Jahren hat sich die „Neuschter Eiszeit“ zu einem kulturellen und touristischen Leuchtturmprojekt der Region entwickelt. Wir, die Familie Griebel
betreiben seit nun mehr 10 Jahren – seit 2014 – von November bis Januar für acht Wochen in der Winterzeit auch die Almhütte mit viel Herzblut und Engagement.
Dieses Projekt ist nicht nur für uns ein zweites Zuhause, sondern lockte auch unzählige Eislauf- und Almfans jährlich nach Bad Neustadt.
Vielen ist nicht bewusst, dass unser eigentliches Kerngeschäft seit über 30 Jahren
unsere Hotelbetriebe sind. Wir betreiben in der dritten Generation 365 Tage im Jahr unsere beiden Hotels mit Herz und Leidenschaft.
Die Herausforderung unser Herzensprojekt „Neuschter Eiszeit“ zu meistern, stieg von Jahr zu Jahr aufs Neue. Denn was viele nicht sehen: Die acht Wochen Öffnungszeit kosten uns ganze sechs Monate Arbeitszeit, die uns wiederum zeitlich in unserem
Kerngeschäft – dem Hotel – fehlen. Bereits im August – neben Hauptsaison mit Veranstaltungen, wie Marktplatzsommer und Co. – begann die intensive Planung, Personal- und Sponsorensuche, bis es dann im Oktober mit dem tatsächlichen Aufbau des Projekts weiterging. Nach dem letzten Veranstaltungstag dauerte es noch über sechs Wochen, bis alles abgebaut, gereinigt und im Lager verstaut wurde.
Aber seit Kurzem befinden wir uns in Schockstarre: Von Seiten der Stadt – Stadtrat und Bürgermeister Werner – wurde jüngst der Grundstücksverkauf am ZOB an einen
überregionalen Investor der Hotelgruppe B&B vorangetrieben und für den Verkauf abgestimmt - ohne Rücksicht auf ortsansässige Familienbetriebe.
Die Neustädter Hoteliers mit Unterstützung des örtlichen DEHOGA kämpfen seit sechs Monaten dafür der Verwaltungsspitze und dem Stadtrat zu verdeutlichen, dass Bad Neustadt keinen Bedarf für ein Low-Budget-Hotel hat, und gaben selbst eine aufwendige Bedarfsanalyse in Arbeit, was normalerweise städtische Aufgabe wäre.
Faktisch durch diese Bedarfsanalyse und durch das Kur- und Tourismuskonzept der Stadt Bad Neustadt belegt, entsteht hier eine überdimensionale Kapazität an Hotelbetten im gleichen Preissegment. Nach aktuellem Stand waren die Auslastungszahlen im Jahre 2024 mit 32% schon deutlich zurückgegangen und die Prognose für 2025 ist sinkend auf unter 30%. Das Überangebot an Hotelbetten besteht bereits, weitere Betten im gleichen Preissegment haben existenzielle Folgen für die Neustädter Hotelfamilien…
Diese jüngste Entscheidung hat leider das Fass zum Überlaufen gebracht…
Wir sehen uns nun mehr gezwungen, uns im Herbst/Winter voll auf unsere Wurzeln – unsere Hotelbetriebe – zu fokussieren, uns aus Verantwortung für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter um unser Kerngeschäft zu kümmern und uns so gut es geht für die kommende „B&B-Krise“ zu wappnen.
Umso schwerer fällt es uns und unserem langjährigen Team, heute mitzuteilen, dass die Neuschter Eiszeit bzw. Alm 2025/26 nicht stattfinden wird. Uns fällt dieser Schritt unter keinen Umständen leicht, aber leider müssen wir auch über die restlichen 44 Wochen des Jahres neben der Eiszeit nachdenken und unser Unternehmen schützen.
Schlussendlich bleibt uns hier nur noch zu sagen, dass wir uns wünschen, dass in Zukunft mehr nachhaltige, faire Entscheidungen für die Stadtentwicklung getroffen werden, die nicht zu Lasten langjähriger ortsansässiger Familienbetriebe gehen.
In diesem Zuge möchten wir uns bei allen Unterstützern und Akteuren bedanken, die das Projekt zu dem gemacht haben, was es für uns und so viele Menschen war.
Danke an den Stadtmarketing NES e.V. mit allen aktuellen und vergangenen Vorständen und Beiräten! Unser Dank geht auch an viele einzelne Personen, die das Projekt von Anfang an mit begleitet haben. Herzlichen Dank an Christine Lux, an Bruno Altrichter, an Michael Weiß, an Arno Büttner, an Konrad Wehe mit seinem Bauhofteam, an René Kubacky.
Vielen Dank an alle Lieferanten, an alle Firmen, die bei diesem Projekt tätig waren und an alle Sponsoren der vergangenen Jahre, die es möglich gemacht haben, die Eislaufbahn über Jahre hinweg zu unterstützen!
Für unzählige Almmomente danken wir allen Künstlern, Musiker und Bands – ihr habt nicht nur uns, sondern allen Gästen unvergessliche Stunden geliefert.
Unser größter Antrieb waren immer unsere Stammgäste und langjährigen Fans – ihr habt mit euren regelmäßigen Besuchen die Almhütte mit Leben, Lachen und Wärme erfüllt. Vielen Dank dafür!
Hinter unserer Familie steht ein starkes Team, ohne das keine einzige Saison möglich gewesen wäre. Von der Reinigungskraft, über den Verkäufer bis hin zum Haustechniker, jeder war und ist essenziell und dafür danken wir euch!
Eure Familie Griebel
Barbara & Manfred
Anna & Johannes